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Unternehmensnachfolge durch Frauen?

In Zukunft Chefin? Auch heutzutage sind Frauen bei der Frage der Unternehmensnachfolge noch immer im Nachteil. Die Mentorin Lioba Heinzler erklärt, in wieweit sich Männer und Frauen in einer Nachfolge unterscheiden.

(Lesedauer: 3 Minuten)

Es gibt kein Führungs-Gen

Egal ob Mann oder Frau: Laut Lioba Heinzler gibt es kein „Führungs-Gen“, das Mann oder Frau als Unternehmensführer/in besser macht. Die Fähigkeit zu führen sei laut ihr nicht angeboren, sondern erlernbar. Dafür müsse man auch kein Alphatier sein, denn als Kopf eines Unternehmens ist es vordergründig wichtig, das Vertrauen der Mitarbeiter zu haben, glaubwürdig zu sein und eine Diskussions– und Dialogbereitschaft aufzuweisen – das können auch introvertierte Menschen.

Frauen haben keinen bevorzugten Führungsstil

Heinzler ist der Meinung, dass Frauen keinen präferierten Führungsstil haben. Laut ihr sei es wichtig, dass der Führungsstil mit dem Umfeld und der Situation stimmig ist. Die Mentorin meint zudem, dass Fachkompetenzen in der Unternehmensführung von Unternehmen oftmals überschätzt werden, denn diese könne man mit guten Mitarbeitern einkaufen. Die Unternehmensführung selbst ließe sich als Nachfolger oder Nachfolgerin nicht delegieren.

„Ich rate Frauen in Führungspositionen, zwischen Selbstführung, Mitarbeiterführung und Unternehmensführung zu unterscheiden. Als selbstständige Unternehmerin haben Sie niemanden, der die Arbeit für Sie priorisiert. Die tägliche Frage ist also: Was ist wichtig und bringt mich meinen Zielen näher- und was ist dringend und wird von außen an mich herangetragen? Nur wenn ich mich selbst bewusst und klug führe, kann ich andere gut führen,“ empfiehlt Heinzler.

Selbstführung sei laut ihr der zentrale Aspekt, und bedeute mehr als Selbstmanagement. Man müsse herausfinden, wie man auf Dauer seine Energie halten kann, Routinen und Gewohnheiten zu beachten, eine Vision zu haben und das tägliche fokussierte Arbeiten.

Selbst, wenn es laut Lioba Heinzler keine geschlechterspezifischen Führungsvorlieben gäbe, sieht sie einen Trend für die Zukunft: Führung auf Distanz. „Es wird mehr Vertrauen gewährt, weniger kontrolliert. Arbeitsleistung wird mehr an Zielen gemessen. Aspekte, die von jüngeren Generationen auch eingefordert werden,“ meint die Expertin.

Kein Geschlechter- sondern Generationen-Problem?

Laut Heinzler sei vor allem das Alter von Unternehmensverkäufern ausschlaggebend dafür, ob ein Mann oder eine Frau Nachfolger/in wird. Sie spricht von den Generationen ab 60 und aufwärts, die andere Werte haben, mit denen sie groß wurden und deshalb öfters männliche als weibliche Anwerber für ihr Unternehmen akzeptieren.

Jedoch weist die Mentorin einen Unterschied zwischen den Geschlechtern auf: Den Umgang mit Stress. „Männer reagieren evolutionsgeschichtlich eher mit Flucht oder Konfrontation. Frauen scheinen eher geneigt, Kooperationen oder Kompromisse in Erwägung zu ziehen. Wichtig ist mir dabei, Unterschiede nicht mit Wertigkeiten gleichzusetzen. Stärken können auch Schwächen sein und umgekehrt. Das ist ganz von der jeweiligen Situation abhängig,“ so Lioba Heinzler.

Fazit

Vor allem durch die Corona – Krise sieht Heinzler für die nahe Zukunft keinen Zuwachs an weiblichen Unternehmensnachfolgern, da Homeschooling und Kinderbetreuung immer noch von den Frauen übernommen werde.

Laut der Mentorin müssen sich Frauen mehr zutrauen und den Schritt in die Geschäftsführung wagen. Genauso wie Männer sind sie gut ausgebildet und können ein Unternehmen führen – Frauen müssen nur mutig sein und diesen Schritt wagen.

 

 

Janina Zaminer



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