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SaaS, PaaS, IaaS – Worin liegt der Unterschied?

Schon seit einigen Jahren erfreuen sich Cloud Services zunehmend an Beliebtheit. So setzen immer mehr Unternehmen auf Systeme wie ERP-Software aus der Cloud. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Schließlich sind derartige Systeme schnell verfügbar, oftmals mit nur geringen Anschaffungskosten verbunden und lassen sich flexibel wieder abbestellen. Doch es stellt sich die Frage, wie eine Cloud eigentlich aufgebaut ist und worin der Unterschied zwischen SaaS, PaaS und IaaS liegt?

(Lesedauer: 7 Minuten)

Definition ERP

„ERP“ ist die Kurzform von dem englischen Begriff „Enterprise Resource Planning“. Im deutschen bedeutet das Geschäftsressourcenplanung.

Bei ERP handelt es sich um eine zentrale unternehmerische Aufgabe, der sich Betriebe aller Branchenzugehörigkeit und Unternehmensgröße annehmen müssen.

ERP als unternehmerische Aufgabe

Im Allgemeinen geht es darum, alle unternehmensrelevanten Ressourcen wie
  • Energie
  • Finanzielle Mittel
  • Rohstoffe
  • Betriebsmittel
  • Boden
  • Personal
  • (Arbeits-)Zeit
innerbetrieblich zur richtigen Zeit in benötigter Qualität und Quantität sowie mit den richtigen Informationen versehen verfügbar zu machen.

Je nachdem, in welcher Branche ein Unternehmen tätig ist sowie dessen internen Strukturen bedarf es zur Erfüllung dieser Aufgabe einer Vielzahl teils komplexer, miteinander verstrickter und aufeinander aufbauender Prozesse.

Was ist ERP-Software?

Eine moderne ERP-Software ist in der Lage, alle geschäftlichen Prozesse softwareseitig abzubilden.

Innerhalb dieses Systems können sie dann ferner

  • Verwaltet
  • Gesteuert
  • Verschlankt
  • Automatisiert
  • Optimiert

werden.

Wettbewerbsvorteil durch ERP-Software

Durch die effizientere Gestaltung interner Geschäftsprozesse können Unternehmen so wertvolle Ressourcen einsparen, die dann wiederum an anderen Stellen zielführen eingesetzt werden können.

Dadurch kann die Nutzung einer geeigneten ERP-Software langfristig zum Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens beitragen.

Verschiedene Lizenzmodelle

Anbieter stellen Unternehmen ERP-Software in den unterschiedlichsten Lizenzmodellen zur Verfügung. Im Wesentlichen unterscheidet man hier zwischen lokaler und Cloud-basierter ERP-Software.

ERP-Software aus der Cloud

Eine ERP-Software aus der Cloud wird Unternehmen über ein externes Netzwerk von Servern zur Verfügung gestellt. Diese können in diversen Rechenzentren stehen und als ein zusammenhängendes Netzwerk fungieren.

Cloud ERP: Hard-, Software zur Miete

Dadurch befindet sich die Hardware nicht im Besitz des Unternehmens, sondern wird über den Betreiber der Cloud bereitgestellt. Dasselbe gilt für die ERP-Software selbst. Diese befindet sich nach wie vor im Besitz des Softwareanbieters. Um sie für die eigenen Zwecke nutzen zu können, zahlen Unternehmen meist auf monatlicher Basis ein Entgelt an den Anbieter.

Lokale ERP-Software: Die konventionelle Form

Eine lokale ERP-Software steht der Cloud gegenüber. Oftmals wird die lokale Software auch als On-Premise Software bezeichnet, da von dem Gelände des Unternehmens aus betrieben wird.

On-Premise ERP: Hard- und Software in Besitz des Unternehmens

Demnach befindet sich das Unternehmen auch im Besitz der Server bzw. der Hardware, die für den Betrieb der ERP-Software gebraucht werden. Die Software wird – nicht wie bei der Cloud gemietet – einmalig erworben. Danach hat das Unternehmen die volle Kontrolle über die ERP-Software und all ihre Komponenten.

Der Begriff „On-Premise“ wurde erst um 2010 geprägt. Davor bestand keine Notwendigkeit der Differenzierung zwischen lokalen und Cloud-basierten Lösungen, da sich Cloud-Software erst zu dieser Zeit auf kommerzieller Ebene etabliert hat.

Cloud vs. Lokal: Unterschiedliche Rahmenbedingungen für unterschiedliche Anforderungen

Es lässt sich nicht 100% sagen, welche Nutzungs- und Lizenzmodell empfehlenswert ist. Vielmehr dient die Bandbreite an Auswahlmöglichkeiten dazu, den unterschiedlichen Unternehmen mit ihren unterschiedlichen Anforderungsprofilen gerecht zu werden. So ziehen einige Unternehmen Cloud-basierte ERP-Software vor, während andere nach wie vor auf lokale Software schwören.

Wer sich bereits für die Cloud-Variante entschieden hat oder sich zumindest für eine Cloud-basierte ERP-Software interessiert, ist vermutlich den Abkürzungen „SaaS“, „PaaS“ und „IaaS“ schon über den Weg gelaufen.

SaaS – Software as a Service

In der Regel werden Cloud Services nach einem Schichtenmodell unterteilt. Zu differenzieren ist hier zwischen drei Schichten: Der obersten-, einer mittleren- und der fundamentalsten, grundlegendsten Schicht.

Die oberste Schicht wird als „Software as a Service“ (SaaS) bezeichnet.

Das kann SaaS

Ein Beispiel für SaaS ist Cloud-basierte ERP-Software. Bei „Software as a Service“ stellt der Provider nicht nur die Cloud-Infrastruktur zu Verfügung, sondern auch seine eigenen Anwendungen in der Cloud.

Das Unternehmen erhält somit Hard- und Software aus einer Hand.

Ein weiterer Vorteil ist, dass das Unternehmen nicht nur ein Komplettpaket aus Hard- und Software mietet, sondern auch alle Dienstleistungen, die in diesem Zusammenhang anfallen.

So ist der Cloud-Provider dafür zuständig, Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Die Inanspruchnahme weiterer Dienstleistungen lässt sich über ein Service Level Agreement (SLA) festlegen.

PaaS – Plattform as a Service

„Plattform as a Service” befindet sich im Schichtenmodell eine Ebene hinter bzw. unter SaaS. Hier stellt der Cloud-Provider keine fertiggestellte Software zum Einsatz für die Abwicklung von Prozessen der Geschäftsressourcenplanung zur Verfügung.

Das kann PaaS

Cloud-Provider stellen stattdessen Entwicklertools bereit, um selbst entsprechende ERP-Software-Systeme zu entwickeln. Das Unternehmen erhält so eine Hardware und ein Programmiermodell, um gemäß den eigenen Ansprüchen eine Software anzufertigen.

IaaS – Infrastructure as a Service

„Infrastructure as a Service“ ist eine Ebene tiefer als PaaS und bildet somit die grundlegendste Schicht von Cloud Services. IaaS stellt Unternehmen fundamentale IT-Ressourcen zur Verfügung.

Dazu zählen unter anderem:

  • Netzwerkkapazitäten
  • Speicherkapazitäten
  • Rechenleistung

Das kann IaaS

Der Anwender hat bei IaaS die volle Kontrolle darüber, wozu die Infrastruktur genutzt wird. Er kann über Anwendungen und Betriebssysteme frei entscheiden.

Der Anwender kann bzw. muss in der Regel die gesamte Infrastruktur selbst aus den benötigten Speichern und Recheninstanzen zusammenstellen.

Fazit: SaaS, PaaS, IaaS – Ein Buchstabe macht den großen Unterschied

Abschließend lässt sich feststellen, dass Cloud Services mehr beinhalten als nur SaaS. Im Rahmen einer SaaS-Lösung kann einem Unternehmen (beispielsweise) ERP-Software zur Verfügung gestellt werden.

Da sowohl Hard- als auch Software sich im Besitz des Cloud-Providers befinden, trägt dieser auch die volle Verantwortung für die Durchführung von Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen.

Dementsprechend entsteht Unternehmen hier nur der minimalste Aufwand – ein ausschlaggebendes Argument für die Nutzung einer Cloud-basierten ERP-Software.

Darüber hinaus bieten Cloud-Services mit Modellen wie PaaS oder IaaS noch weitaus mehr Gestaltungsfreiheit, eigene Lösungen zu entwickeln.

Janina Zaminer



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