Es ist Zeit für einen Mindset-Wechsel bei der Unternehmensnachfolge!

Ein Führungswechsel durch Nachfolge bringt in vielerlei Hinsicht Veränderung mit sich. Für Nachfolger ist das zusätzlich eine Chance, veraltete Werte im Unternehmen zu überdenken und neue Mindsets zu etablieren.

(Lesedauer: 4 Minuten)

New Work: Zeit für eine Revolution!

Als Unternehmensnachfolger befinden man sich in einer Zeit des Wandels – man ist gefordert, das Unternehmen in eine neue Ära zu führen. Das gilt aber nicht nur für Ihre persönliche Situation, sondern auch für unsere ganze Arbeitsgesellschaft: Globalisierung, Digitalisierung und die sogenannte Industrie 4.0 gestalten die Arbeit der Zukunft rasant mit.

Innovative Ansätze, neue Arbeitsweisen und -einstellungen sind gefragt. Modernes Leadership konzentriert sich zum Beispiel zunehmend auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer. Dieses Gefühl von Neuanfang und Umschwung kann wahrhaft berauschend sein und bringt eine Menge spannende Vorteile mit sich, wenn man es richtig angeht.

Tradition vs. Innovation bei Unternehmensnachfolge

Bevor sich in alle möglichen Erneuerungen des Unternehmens stürzt, sollte man sich ein Bild machen, welche Werte tatsächlich veraltet sind.

Bei einer Unternehmensnachfolge gilt es nicht, alles umzuwälzen und auf die eigenen Vorstellungen anzupassen. Schließlich gibt es schon ein eingearbeitetes Team, einen Kundenstamm, Lieferanten und Abläufe, die so bleiben sollten.

Jedes Unternehmen ist anders, dem Nachfolger kommt die große Aufgabe zu, die individuellen Bedürfnisse der Firma und deren Mitarbeiter zu erkennen und einzuschätzen, wo Innovationen gefragt sind und wo nicht.

Auch die Digitalisierung und neue Agilität müssen nicht in jedem Bereich Einzug halten.

Sechs Trends, die sich in den neuen Formen von Leadership und New Work abzeichnen:

  1. Flache Hierarchien: Gemeinsames Gestalten, offener Austausch und viel Entscheidungsfreiraum für die Mitarbeiter sind angesagt.
  2. Open-door-policy: Transparente Kommunikation, schnelle Entscheidungsprozesse und stets ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Mitarbeiter – in modernen Start-ups ist das alles heutzutage selbstverständlich.
  3. Agile Führung: Als agile Führungskraft reagieren Sie jetzt und in Zukunft schnell und fokussiert auf die Veränderungen der Digitalisierung und zeichnen sich durch Flexibilität und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Trends aus.
  4. Selbstorganisierte Teamwork: Bei der New Work zählt vor allem das Wir. Kooperationen zwischen den Mitarbeitern, zwischen Ihnen und Ihrem Team und zwischen den verschiedenen Führungskräften ist daher elementar wichtig und organisiert sich im besten Fall dynamisch aber auch langfristig.
  5. Work-Life-Balance: New Work bedeutet auch, dass der Mensch sich im Arbeiten verwirklicht, was zu einer zunehmenden Verschmelzung von Berufs- und Privatleben führen kann. Hier ist Passion sowie Ausgeglichenheit gefragt!
  6. Selbständigkeit: Anweisungen abwarten und stumpf ausführen war gestern. Wer sich in der Arbeitswelt der Zukunft behaupten will, arbeitet selbständig und schöpft die Vorteile der Freiheit und Mitgestaltung voll aus.

Mut und Vertrauensbildung: Mit diesem Mindset holen Sie alle Parteien mit ins Boot

·         Mut zum Regeln brechen – aber immer mit Respekt

Nachfolger stecken oft voller Inspiration und guter Ideen für die Firma – das ist auch gut! Aber es kann schnell passieren, dass die Mitarbeiter nicht mitziehen, wenn sie sich nicht abgeholt fühlen oder dass der Vorgänger sich angegriffen fühlt.

Hier geht es ganz nach dem Motto: Zuerst beobachten und dann machen. Wer steht Veränderungen wie gegenüber? Hier ist Überzeugungskraft gefragt.

Auch sollte jede Veränderung ausführlich mit den Betroffenen besprochen, begründet und gerechtfertigt werden.

·         Vertrauen herstellen

Damit alle im Team mitziehen und auch das Verhältnis zum Vorgänger nicht leidet, ist es wichtig Zeit in das Kennenlernen untereinander zu investieren, um Vertrauen zu schaffen. Es soll gezeigt werden, dass man neuen Aufgaben gewachsen ist, auch sollten Ideen immer mit Dringlichkeit und guten Argumenten unterfüttert werden.

Fazit

Stellen Sie unter Beweis, dass Sie der neuen Aufgabe gewachsen sind und unterfüttern Sie neue Ideen immer mit Dringlichkeit und guten Argumenten, die Ihre Expertise zeigen. Gleichzeitig beziehen Sie Ihre Mitarbeiter stets direkt mit ein und zeigen Ihnen, wo sie konkret Einfluss nehmen können. So nehmen alle am Wandel teil und fühlen sich nicht davon überrollt!

Janina Zaminer, übernommen von Jan Friedrich