Der Blog für Unternehmer und Unternehmerwissen

Jetzt kostenlosen Beratungstermin vereinbaren >
Lesen Sie unseren Blog! >
Ein Mann mit Notebook steht in einem Büro auf der Linken Seite. Rechts ist ein Computerbildschirm zu sehen.

Digitale Transformation

Unternehmen, Gesellschaft und jeder Mensch sind von der digitalen Transformation betroffen. In diesem Blog geht es um den Unterschied zur Digitalisierung, welche Chancen die digitale Transformation bieten, die Erfolgsfaktoren, sowie potenzielle Stolpersteine.

(Lesedauer: 8 Minuten)

Worum geht es bei der digitalen Transformation? Ist es dasselbe wie Digitalisierung?

Kurz und knapp, die Antwort lautet: Nein. Die Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik der Uni Potsdam erklärt das wie folgt: „Der Begriff Digitale Transformation bezeichnet erhebliche aktive Veränderungen des Alltagslebens, der Wirtschaft und der Gesellschaft durch die Verwendung digitaler Technologien und Techniken sowie deren Auswirkungen. Die digitale Transformation ist typischerweise die Reaktion auf veränderte Rahmenbedingungen durch Digitalisierung. Treten die Veränderungen plötzlich und umbruchartig ein, z.B. durch digitale Transformation eines bestehenden oder neu in den Markt eintretenden Wettbewerbers, wird hierfür der Begriff Disruption verwendet.“

Der Begriff Digitalisierung bezeichnet dagegen die Umwandlung von analogen Daten in elektronische Bits und Bytes, etwa indem ein Bewerbungsbrief eingescannt wird; ebenso wird mit Digitalisierung die Übertragung von Aufgaben an einen Computer bezeichnet, zumeist indem wiederholende Prozesse wie die Lohnverrechnung teilautomatisiert erledigt werden.

Wirkung auf Wirtschaft und Gesellschaft

Digitalisierung ist demnach Grundlage bzw. Wegbereiter für die digitale Transformation und diese kann Märkte verändern. Oft zitierte Beispiele sind die neuen Wettbewerber Uber oder AirBnB, die völlig neue Wege für das Taxigeschäft bzw. die Vermietung von Quartieren geschaffen haben: Beide Unternehmen haben kein materielles Betriebsvermögen mehr in Form von Autos oder Häusern, sondern ein immaterielles Vermögen in Form von Daten, über eine Plattform agieren sie nur mehr als Vermittler zwischen Anbieter und Kunden. Stichwort Plattformen – die digitale Transformation beschränkt sich nicht nur auf das Wirtschaftsleben, im Gegenteil: Die letzten Wahlkämpfe, etwa in den USA, haben gezeigt, wie soziale Netzwerke mit Algorithmen und Big Data die Politik und damit unsere Gesellschaft beeinflussen können.

Muss oder Chance

Nicht alle Märkte sind disruptiv, dennoch ist eines sicher: Kein Unternehmen, das wettbewerbsfähig bleiben will, kann der digitalen Transformation entgehen. Daher sollte man rechtzeitig Schritte setzen und darin mögliche Chancen sehen, wie:

  • Stärkere Kundenbindungen durch zielgerichtete Ansprache und individuelle Customer Journey
  • Mehr Effizienz durch Produktivitätssteigerung oder Entlastung von Routineaufgaben
  • Umsatzsteigerung mit neuen Produkten oder Services und neuen Absatzkanälen

Viele Unternehmen haben bereits Daten oder Prozesse digitalisiert, aber sie haben dann oftmals nicht weitergedacht. Sie sind also gleichsam nach der Digitalisierung „stehen geblieben“, im Grunde machen sie dieselben Abläufe, nur eben in digitaler Form. Digitale Transformation geht einen Schritt weiter, indem über Kundenbedürfnisse (neu) nachgedacht wird und daraus entstehen neue Marktzugänge für das Unternehmen.

Chancen für heimische Unternehmen

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort hat in einer Studie mit Accenture das Potenzial beziffert:

  • Untersuchungen belegen den positiven Effekt der digitalen Transformation für das Wachstum an neu geschaffenen Jobs. Schätzungen des WIFO ergaben, dass durch eine Vertiefung der Digitalisierung in Österreich jährlich knapp 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden können.
  • Mit digitaler Transformation doppelt so erfolgreich: Unternehmen, welche die Digitalisierung frühzeitig umgesetzt haben, konnten im Vergleich zu den Technologienachzüglern ein um bis zu doppelt so starkes Umsatzwachstum in nur wenigen Jahren erreichen.
  • Großes Potenzial, vor allem bei den KMU.

Den digitalen Wandel im österreichischen Mittelstand hat das Beratungsunternehmen EY untersucht und zieht für KMU wichtige Schlussfolgerungen:

  • Die Integration von neuen Technologien in das Geschäftsmodell zahlt sich für die heimischen Unternehmen aus: 70% sahen bereits vor Corona die digitale Transformation als Chance, 17% davon ohne Vorbehalte.
  • Die digitale Zweiklassengesellschaft hat sich im letzten Jahr weiter gefestigt. Es ist gefährlich für Unternehmen und die gesamte Wirtschaft, wenn der digitale Wandel als eine Frage der Unternehmensgröße gesehen wird. Kleinere Unternehmen dürfen nicht auf der Strecke bleiben und müssen den digitalen Sprung wagen. Ausgerechnet die Coronakrise könnte hier zum Lückenschließer werden.

Risiken immer evaluieren

Die Chancen werden durch Studien unterstrichen. Es ist jedoch enorm wichtig für die Gesellschaft – und leider wird dies viel zu oft vernachlässigt – auch an die Risiken der digitalen Transformation zu denken. Oft werden unter dem Mantra des „Fortschritts, mit dem alle mit müssen“ Technologien eingesetzt, die der Gesellschaft, oder Teilen von ihr, schaden.

Technologieentwicklung ist rasant und so hinkt die Gesetzgebung meist hinterher. Kritisch ist etwa jeder Algorithmus, der Menschen in irgendeiner Form bewertet oder klassifiziert, hier muss auf Diskriminierung geprüft werden. Unternehmen sollten sich daher für eine Abschätzung in puncto Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und Ethik Zeit nehmen. Die digitale Transformation hat Potenzial, doch es hängt immer davon ab, wie Menschen entscheiden, sie zu nutzen.

Veränderung, die bleibt

Beim Thema rund um die digitale Transformation denkt man zuerst an Start-Ups, die ihre Organisation, Prozesse und Werkzeuge gleichsam „auf der grünen Wiese“ neu aufstellen. Aber wie macht sich ein Unternehmen, das über Jahrzehnte gewachsen ist, auf den Weg?

Denn wer sich damit, erkennt: Es geht um Veränderung und diese wird nie abgeschlossen sein, sondern Unternehmen künftig begleiten.

Notwendig wird digitale Transformation, weil Grenzen des Wachstums erreicht werden oder das Kerngeschäft keine Cash-Cow mehr ist, denn neue Mitbewerber kommen auf den Markt und verändern gewohnte Wertschöpfungsketten. Zusätzlich sinkt aufgrund der technologischen Entwicklung die Halbwertszeit des Wissens, regelmäßige Weiterbildung wird zum Muss. Last but not least ändern sich die Ansprüche der Kundinnen und Kunden, sie erwarten mit der digital gewordenen Konsumwelt individuelle Angebote, raschen Service und alles rund um die Uhr.

Mit Digitalisierung den Grundstein legen

Ohne Digitalisierung keine digitale Transformation. Als erstes gilt es daher, die Grundlagen in puncto Werkzeuge und Organisation zu schaffen. Hier haben viele Unternehmen schon wesentliche Schritte gesetzt, wie:

  • Moderne IT-Systeme: Cloud- bzw. hybride Lösungen unterstützen Datenmanagement, Performance und agile, skalierbare Lösungen. Dazu gehören auch – je nach Unternehmensgegenstand – digitale Lösungen aus dem Bereich Internet of Things (IoT), Künstliche Intelligenz, Big Data oder Machine Learning.
  • IT-Sicherheit: Wer auf Daten setzt, muss diese schützen. Denn Cyberkriminelle kommen nicht mehr durch die Tür, sondern verschaffen sich virtuellen Zugang zu sensiblen Kunden- oder Unternehmensdaten. Gegen Hacker braucht es professionelle IT-Security.
  • Digitalisierung von Prozessen: Interne Abläufe werden etwa mit ERP-Lösungen oder Kommunikationsplattformen produktiver, externe Prozesse zu den Kundinnen und Kunden verlaufen zielgerichtet, beispielsweise mit Marketingansprache über Plattformen und soziale Netzwerke.

Natürlich kann nicht alles auf einmal erneuert werden, denn oft sind funktionierende Altsysteme im Einsatz, etwa zur Datensicherung. Hier sollte mit Zwischenlösungen sichergestellt werden, dass auf wichtige Daten schnell zugegriffen werden kann, denn die digitale Transformation ist datengetrieben. Bei Einsatz neuer Lösungen ist das abteilungsübergreifende Denken entscheidend, denn nur dann können Effizienz und Produktivität gesteigert, bzw. in der Folge neue Geschäftsmodelle entwickelt werden.

Unternehmenskultur, die Innovation fördert

Der Planungshorizont ist kürzer geworden und wer erfolgreich sein möchte, muss sich schnell an neue Wettbewerbsbedingungen anpassen können. Das schafft verständlicherweise Unsicherheit. Gleichzeitig ist Innovation gefragt, weshalb es eine Unternehmenskultur braucht, die Führungskräfte und ihre Teams bei der digitalen Transformation unterstützt:

  • Agile Organisation: Starre Strukturen haben ausgedient, Teams bilden sich projektbezogen für eine gewisse Zeit mit den benötigten Skills. Wer digital innovativ ist, muss auch schnell sein: Mit agilen Sprints können Sie Entwicklungen rasch starten und immer wieder überprüfen, ob der Weg noch passt oder geändert werden muss.
  • Fehlertoleranz und Prototyping: Vieles ist neu, die Lösung noch nicht bekannt, daher heißt es: Ausprobieren! Menschen, die auch querdenken können, sind gefragt. Eine entdeckungsfreundliche Kultur erlaubt Fehler, denn daraus wird gelernt. Mit Prototyping können Ideen mit günstigen Mitteln getestet werden. Denken Sie daran, Ihre Stakeholder in das Prototyping einzubinden, um deren Bedürfnisse wirklich zu kennen. Das fördert nebenbei auch die Kundenbindung.

Datenschatz nützen

Oft gesagt und es ist ja auch Faktum: Daten sind der Treibstoff der digitalen Transformation. Big Data ist das vielzitierte Stichwort, aber das soll zu keinem falschen Schluss verleiten: Erfolg bringt nämlich nicht die Menge der Daten, sondern welche Erkenntnisse Sie daraus ableiten können.

  • Stammdatenverwaltung und Analysetools sind die technische Grundlagen. Der Datenschatz muss bereinigt sein, damit aussagekräftige Ergebnisse abgeleitet werden können.
  • Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bildet die rechtliche Grundlage. Auch, wenn Unternehmen möglichst viel über ihre Kundinnen und Kunden wissen möchten, die Privatsphäre ist ein hohes Gut, das respektiert werden muss – und die Strafen bei Verstößen sind empfindlich hoch. Programme, die bei der gesetzeskonformen Verwaltung der personenbezogenen Daten unterstützen, sind zu empfehlen.
  • Kundenzentrierte digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Hier gilt die Regel: Denken Sie nicht an Technologie, sondern stellen Sie Fragen wie: Welcher Prozess, welcher Service sollte aus Kundensicht verbessert werden? Wo kann Abteilung X mit dem Einsatz der richtigen Daten produktiver arbeiten?

Häufige Hindernisse

Der Weg der digitalen Transformation birgt etliche Stolpersteine. Folgendes sollte Sie vermeiden:

  • Fehlende Strategie
  • Kein Commitment der Geschäftsleitung
  • Wenig oder kein Einbinden der Belegschaft, mangelnde Kommunikation warum digitale Transformation notwendig ist, keine Investitionen in den Aufbau digitaler Kompetenzen
  • Nur die Technologie sehen, aber nicht die Kundenlösung, bzw. die Vision
  • Digitale Projekte auf alten Strukturen aufsetzen, also keine Transformation in Gang setzen, fehlendes agiles Denken und Projektmanagement
  • Jede Abteilung arbeitet und denkt nur für sich, damit kann der übergreifende Nutzen digitaler Lösungen mit ganzheitlichen Prozessen nicht realisiert werden.

Fazit: Der Weg ist das Ziel für Technik, die Menschen dient

Der Begriff Digitale Transformation bezeichnet erhebliche aktive Veränderungen des Alltagslebens, der Wirtschaft und der Gesellschaft durch die Verwendung digitaler Technologien und Techniken sowie deren Auswirkungen. Dieser Weg ist nicht nur lang, sondern endet auch nie. Umso wichtiger ist es, jeden Mitarbeiter im Unternehmen in den Prozess einzubeziehen. Das bedeutet viel kommunizieren, ausprobieren, offen für Ideen sein, über Abteilungsgrenzen hinweg arbeiten und neue Fähigkeiten trainieren. Das heißt auch, nicht überhastet mit einem Projekt beginnen, weil alle danach rufen. Wichtig ist es, sich kleine Ziele zu setzen. Beurteilen Sie Auswirkungen und Erfolg nicht nach dem Einsatz von möglichst viel digitaler Technologie, sondern ob Ihre neuen Lösungen und Prozesse den Menschen dienen. Nur dann sind sie nachhaltig.



Für jeden Bedarf die passende ERP Software


Sage 50cloud


Webshop und eCommerce für kleine Unternehmen

Software für Auftragsbearbeitung, Warenwirtschaft und Finanzbuchhaltung für Gründer, Selbstständige und kleine Unternehmen

  • Einfach bedienbare betriebswirtschaftliche Software für kleinere Unternehmen bis 20 Arbeitsplätze
  • Von Auftragsbearbeitung, Rechnungswesen und Finanzbuchhaltung über Anlagenverwaltung bis zu Inventur und Lager
  • Mehrmandantenfähig, Bilanz und Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, OP Verwaltung, Onlinebanking
  • Materialbestände über verschiedene Lager, Artikel-Stücklisten und Seriennummern
  • Features aus der Cloud 
  • Optional integrierter Online Shop
  • Integrierter Smartfinder

Kostenlos testen



Sage 100


Die individualisierbare ERP-Software für mittelständische Unternehmen und kleinere Unternehmen mit individuellen Anforderungen

  • Rechnungswesen für Anlagenbuchhaltung, Controlling, Zahlungsverkehr u. v. m.
  • Warenwirtschaft für Einkauf, Verkauf und Lager
  • Produktion in Einzel-, Projekt- und Serienfertigung
  • Integriertes Kundenmanagement (CRM), Dokumentenmanagement (DMS), Mobile App für Smartphone und Tablet (B2GO)
  • Flexible Anpassung an Ihre Bedürfnisse durch individuelle Konfigurierbarkeit
  • Zukunftsweisende App-Designer Technologie

Online Kurzpräsentation



Sage X3


Finanz- und ERP System für den wachsenden und international tätigen Mittelstand

  • Sämtliche ERP Bereiche, von Rechnungswesen und Finanzbuchhaltung über Anlagenverwaltung bis zu Einkauf, Lager, Verkauf, CRM, SCM, ECM, Fertigung…
  • Mehrdimensionales Reporting in Echtzeit
  • Unterstützung aller gängigen Sprachen, Legislaturen, Währungen
  • Mobiler, webbasierter Zugriff für den Abruf wichtiger Unternehmensdaten – immer und überall und über jedes mobile Endgerät
  • Flexibel anpassbar, skalierbar und durch Drittlösungen erweiterbar
  • Internationales Ökosystem Sage Marketplace
  • On-Premise, über Hosting oder in der Public Cloud verfügbar

Jetzt Infopaket laden