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Content Marketing

„Content ist King!“ – so lautet das Motto. Content Marketing ist das Instrument, mit dem sich Unternehmen abheben und profitieren können. Neben Text mit Mehrwert bietet das moderne Content Marketing zahlreiche Formate und Möglichkeiten, die eigene Internetpräsenz anzureichern und Besucher zu überzeugen.

(Lesedauer: 11 Minuten)

Was ist Content Marketing?

Der Begriff Content Marketing kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Vermarktung mittels Inhalte“. Diese strategische Marketing Ausrichtung ist eine digitale Marketing-Technik für Unternehmen im b2b– und b2cBereich.

Anders als im klassischen Marketing, steht hier nicht das Produkt, sondern die potenziellen Kunden im Fokus. Sie sollen mit Hilfe von informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten erst zu Leads, dann zu Kunden und schließlich zu zufriedenen Markenbotschaftern werden.

Wie ist Content Marketing entstanden?

Die Idee des Content Marketings ist nicht neu. Unternehmen nutzen Content schon lange, um ihre Produkte zu vermarkten und ihre Zielgruppen zu erreichen. Das früheste Beispiel stammt aus dem Jahr 1895 und ist die Zeitschrift „The Furrow Magazine“ von John Deere.

Das Ziel dieser Zeitschrift war es, nicht die Produkte von John Deere zu bewerben, sondern Landwirte über neue Technologien und Methoden zu informieren, die ihnen dabei helfen, den Betrieb profitabel zu führen. In den 90ern begann LEGO Content Marketing zu nutzen und nützliche Informationen im Internet anzubieten.

Das veränderte Kaufverhalten, die Bedeutung von Suchmaschinen-Rankings, die Entwicklung des Social Webs, sowie die Abwendung von traditionellen Medien, haben dazu geführt, dass sich Content Marketing in den letzten Jahren als eigene Marketing Methode entwickelt hat.

Der Begriff „Content Marketing“ lässt sich auf Joe Pulizzi zurückführen, der diesen Begriff 2007 geprägt und definiert hat. Drei Jahre später gründete er das Content Marketing Institute, das mit seinen umfangreichen Beiträgen und Event-Aktivitäten maßgeblich für die weltweite Ausbreitung der Content Marketing Methode verantwortlich ist.

Welche Ziele verfolgt Content Marketing?

Pulizzi bringt es auf den Punkt und beschreibt den Charakter des Content Marketings sehr treffend. Content Marketing fokussiert sich auf das Anziehen, Werben und Binden einer klar definierten Zielgruppe, mit dem Ziel, eine profitable Kundeninteraktion zu fördern.

Daraus leiten sich folgende übergeordnete Ziele ab:

  • Markenaufbau und Positionierung der Marke
  • Lead Generierung und Kundengewinnung
  • Kundenbindung

Die untergeordneten Ziele werden in taktisch mittelfristig und strategisch langfristig unterschieden. Kampagnen im Content Marketing sind dabei taktisch ausgelegt, wohingegen eine Content-Marketing-Strategie langfristig ausgerichtet ist.

Die langfristigen Ziele sollten immer Priorität haben und die Erreichung dieser als Orientierung für die taktischen Ziele dienen.

Taktisch mittelfristige Ziele:

  • Ranking-Steigerung
  • Organisches Social Engagement
  • Backlink-Generierung

Strategisch langfristige Ziele

  • Aufbau einer Marke, mit der sich die definierte Zielgruppe über gemeinsame Werte identifizieren kann
  • Aufbau von Thought Leadership („Meinungsführerschaft“), das nicht nur die Wahrnehmung der Marke einzahlt, sondern den Nutzen des Produktes oder der Dienstleistung komplementiert
  • Unabhängigkeit von Paid Media, indem man Earned Media Access aufbaut (eigenständiger Aufbau von Reichweite und dadurch Steigerung der Abverkäufe)

Die beliebtesten Content Formate

Bei Content für die eigene Webseite denkt man oft sofort an Texte. Blogeinträge, E-Books, Whitepaper, How-To-Dos, etc. Obwohl Texte von hoher Bedeutung für den digitalen Auftritt sind, sollte man über Formate über Texte hinaus denken. Vielleicht eignet sich für eine Idee ein Video, eine Infografik der ein Audio-Interview besser als ein Blogeintrag?

Text-Content

Das gängigste Content Format für die Content Produktion machen die Texte. Allerdings ist Text nicht immer gleich Text. Abhängig davon, was dieser vermitteln will, sollte dieser ein passendes Format haben.

·         Blogbeiträge

Blogbeiträge sind Inhalte, die auf einem Blog veröffentlicht werden.

Es gibt jedoch einige ganz unterschiedliche Umsetzungsformen für Blogartikel: Listicles, How Tos, Kommentare, Gastbeiträge/Expertenmeinungen, Interviews, etc.

·         Pressetexte

Pressetexte eignen sich vor allem dann, wenn es Neuigkeiten gibt, die unbedingt berichtet werden sollten.

·         Whitepaper

Ein Whitepaper behandelt ein Thema vertiefend und wird üblicherweise als PDF zum (freien) Download angeboten, um Leads zu generieren. Leads sind neue Businesskontakte, die Interesse am Unternehmen haben und freiwillig ihre Kontaktdaten hinterlassen. Als Gegenleistung erhalten sie ein Stück Premium Content – wie in diesem Fall ein Whitepaper.

·         E-Books

E-Books sind ähnlich wie Whitepaper. Sie sind auch Premium Content und werden ebenso zur Leadgenerierung verwendet.

·         Checklisten

Checklisten sind nach Einkaufslisten-Prinzip verfasste Listen, die in der Content Produktion im b2b-Bereich vor allem dann Sinn machen, wenn potenziellen Kunden geholfen werden soll, Probleme zu lösen. Mit den Checklisten wird also (meist) versucht, Teil einer Problemlösung zu sein.

·         Mailings und Newsletter

Mithilfe von Mailings und Newsletter kann man laufend mit (potenziellen) Kunden in Kontakt bleiben. Außerdem sind sie ein essentielles Werkzeug, um Leads durch den Funnel zu begleiten (Lead Nurturing).

·         Social Media Postings

Social Media Postings können immer dann gemacht werden, wenn neue Inhalte erstellt wurden. Hier ist es jedoch wichtig zu beachten, dass die Gestaltung des Postings von einem sozialen Netzwerk zum nächsten womöglich anders sein sollte.

·         Case Studies

Case Studies beschreiben einen Fall aus der Praxis, von dem aus allgemeingültige Regel beziehungsweise Vorgehensweisen abgeleitet werden können. Case Studies können dazu verwendet werden, anderen (potenziellen Kunden) erfolgreiche Kundenprojekte zu präsentieren.

Video-Content

Keine Content-Form schafft es, so zu bewegen und Emotionen so zu transportieren wie Video.

·         Image- und Unternehmensvideos

Image- und Unternehmensvideos bieten die Möglichkeit, ein Unternehmen zu präsentieren. Dabei handelt es sich üblicherweise um Content, der über länger Zeit verwendet werden kann. Aus diesem Grund lohnt es sich in diesem Fall, in professionelle Videos zu investieren.

·         Live-Videos

Live-Videos sind spontan und leben vom Hier und Jetzt. Sie erfreuen sich an immer größer werdender Beliebtheit in den sozialen Netzwerken und werden oft mit höherer organischer Reichweite belohnt.

·         Produktvideos

Produktvideos sind üblicherweise erst in einer fortgeschrittenen Phase der Buyers Journey angesiedelt, denn sie zielen bereits auf den Verkauf ab.

·         Klassische Werbespots

Trotz den neuen Videoformaten wie Live-Videos darf nicht auf klassische Werbespots vergessen werden. Diese müssen dabei nicht nur im Fernsehen ausgestrahlt werden. Es gibt schließlich eine Menge verschiedener Möglichkeiten, zum Beispiel kann man diese als Ads schalten.

·         Animierte Videos

Diese Video-Form eignet sich am besten, wenn man (potenziellen) Kunden Themen näherbringen möchte, aber keinen Ort für einen Dreh hat, oder wenn das Thema so komplex ist, dass es auf eine Meta-Ebene heruntergebrochen werden muss.

·         Tutorials

Tutorials sind Anleitungen und lassen sich sowohl in Video- als auch in Text-Form umsetzen. Ein klassischer Fall für ein Video-Tutorial sind beispielsweise Makeup-Tutorials, oder Bastelanleitungen.

·         Employer Branding Videos

Employer Branding Videos dienen dem Anziehen (junger) Talente um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

·         Webinare

Webinare sind online Seminare, denen Menschen aus aller Welt ohne Anreisebarrieren beiwohnen können.

Bild-Content

Visueller Content ist ebenso von großer Bedeutung, da er oftmals leichter verdaulich ist und länger im Gedächtnis bleibt.

·         Infografiken

Infografiken sind visuelle Repräsentationen von Inhalten und/oder Zusammenhängen. Es ist wichtig, sich im Vornherein Gedanken zu machen, ob die Erstellung einer Infografik Sinn macht.

·         Animierte Bilder

GIFs oder Cinemagraphs sind Beispiele für animierte Bilder. GIFs sind wohl eher ein Begriff, als Cinemagraphs. Bei Letzterem handelt es sich um einzelne Teile eines Bildes, die durch Grafikprogramme zum Leben erweckt werden können.

·         Slideshows

Slideshows bieten die Möglichkeit, mehrere Bilder auf einmal zu präsentieren, ohne allzu viel Platz auf der Webseite opfern zu müssen.

·         360° Bilder

Mitten drin, statt nur dabei“ ist das Motto von 360° Bilder. Diese sind eine Erweiterung eines Panoramabilds und erlauben den Betrachtern die eigenen Kulissen rundum zu sehen.

·         „normale“ Fotosbanner

„Normale“ Fotos bieten Einblicke in den Berufsalltag, können verwendet werden, um Mitarbeiter vorzustellen oder Ereignisse rund um das Unternehmen zu teilen.

Audio

Audio ist das wohl unterschätzteste Format in der Content Produktion und ist definitiv mehr als das Werbewunder Radio.

·         Podcast

Podcasts erfreuen sich vor alle aufgrund der sehr vorteilhaften Rezeptionsmöglichkeiten großer Beliebtheit. In den letzten Jahren wurden sie auch für das Content Marketing stetig relevanter.

·         O-Töne

O-Töne eignen sich hervorragend, um Texte ein wenig lebendiger zu gestalten. Nicht zuletzt darf nicht darauf vergessen werden, dass Suchmaschinen es mögen, wenn mehrere Content Formate in einem Beitrag vorhanden sind.

·         Content für Alexa und andere Sprachassistenten

Content für Sprachassistenten jeder Art bringt Inhalte direkt in die vier Wände von potenziellen Kunden. Es ist zum Beispiel möglich, einen Skill für Alexa zu produzieren. Nutzer können ihre eigene Alexa dann Fragen zum Unternehmen stellen.

Vor- und Nachteile von Content Marketing

Die laufende Entwicklung und Intensivierung der Digitalisierung führt zu einem immer dichteren Informationsangebot. Die Vielfalt digitaler Formate und Medien, die uns tagtäglich begleiten, ist enorm. Folge dessen ist eine immer kleiner werdende Aufmerksamkeitsspanne der User. Sie sind gezwungen, Inhalte zu selektieren, um der Masse an Informationen Herr zu werden. Werbung verschwindet als erstes aus der Wahrnehmung der User, da das Interesse an dem Bewerben eines Produktes nur an einem bestimmten Teil der Customer Journey vorhanden ist.

Wie sollen Unternehmen also die Zielgruppe erreichen? Mit qualitativ hochwertigen Inhalten, die dem Rezipienten einen Mehrwert bieten.

Vorteile

Content Marketing schafft mehr Bekanntheit für das Unternehmen

Indem regelmäßig nützliche Inhalte veröffentlicht werden, bekommt das Unternehmen meist „automatisch“ mehr Sichtbarkeit. Mit Content zeigt man Expertise für potenzielle Kunden. Die Beiträge sind vergleichbar mit Werbeanzeigen, jedoch schaffen sie beim User Mehrwert und werden daher nicht als lästige Werbe-Einblendung wahrgenommen.

Nach der Zeit schafft das Unternehmen durch die Veröffentlichung von Inhalten eine eigene Blattlinie, womit für die eigene Identität gesorgt wird. Wenn bestimmte Werte in den Content vermittelt werden, wird dem Publikum klar, wofür die Marke steht. Sollten die User diese Werte teilen, werden sie sich dem Unternehmen verbunden fühlen. Somit wird bereits die Zielgruppe gefiltert.

Content Marketing kann das Google Ranking beeinflussen

Ist das Content Marketing gut und wird regelmäßig gepflegt, werden die veröffentlichten Inhalte in der Suchmaschine gefunden. Google etwa zielt darauf ab, seinen Usern optimale Ergebnisse zu liefern. Hochwertige Inhalte sind daher der beste Weg für ein besseres Ranking in den Suchmaschinen Ergebnissen.

Wenn der Content Probleme der Zielgruppe löst und auf Fragen eingeht, baut er ein Vertrauen zum Unternehmen auf. Das ist nach einer bestimmten Zeit auch im Suchmaschinen Ranking ersichtlich.

Jeder neu veröffentlichte Beitrag ist eine neue indexierte Seite in der Suchmaschine. Mehr Seiten im Index heißt jedoch nicht automatisch mehr Traffic, denn die Qualität spielt auch hier eine entscheidende Rolle. Je höher die Qualität der Inhalte ist, desto besser das Ranking.

Mehr Leads dank Content Marketing

Wenn die veröffentlichten Beiträge gut sind, wollen Besucher einer Webseite noch mehr. Um den Durst von (potentiellen) Kunden zu stillen, ist eine direkte Handlungsaufforderung empfehlenswert, die den Besuchern als Gegenleistung einen Lead Magneten (kostenlose Updates, E-Books, Checkliste …) bietet.

Umsatzsteigerung durch Content Marketing

Mithilfe von Content Marketing werden potenzielle Kunden auf der Webseite landen und so von den Produkten und Dienstleistungen eines Unternehmens erfahren. Die meisten User werden noch nicht bei dem ersten Webseitenbesuch kaufbereit sein. Deshalb sollen sie mit relevanten und informierenden Inhalten auf ihrer Kundenreise (Customer Journey) begleitet werden. Dadurch wird beinahe automatisch eine Beziehung aufgebaut. Im Idealfall führt diese am Ende zu einem Verkauf.

Content Marketing passt sich also an die Psychologie und das Kaufverhalten der Kunden an.

Mittels Content Marketing schafft man Vertrauen zwischen dem Unternehmen und den (potenziellen) Kunden

Mit qualitativen und hilfreichen Inhalten löst man Probleme von (potentiellen) Kunden und löst Fragen – daraus resultiert, dass das Vertrauen zum Unternehmen wächst. Kümmert man sich auch noch regelmäßig um das Publikum und wertschätzt es, baut man eine Community auf, die die Markenbekanntheit weiterträgt.

Gerade Selbstständige und kleinere Unternehmen können hier ihre Größe zum Vorteil nutzen. Denn was die großen Unternehmen nicht so gut können, ist eine persönliche Note zu kommunizieren. Menschen bauen Beziehungen zu Menschen auf – nicht zu Unternehmen.

Content Marketing für mehr Glaubwürdigkeit

Wenn Wissen geteilt, Informationen veröffentlicht und Probleme gelöst werden, stärkt das die Glaubwürdigkeit als Experte der Branche. Durch das regelmäßige Veröffentlichen von nützlichen Inhalten passiert nämlich folgendes: Es wird nicht behauptet, Experte zu sein, sondern bewiesen. Wenn man als Experte wahrgenommen werden möchte, muss man dies die Kunden mit gutem Content wissen lassen.

Stetige Optimierung durch Content Marketing

Vor jeder Content Erstellung ist es ratsam, im Vorhinein gründlich zu recherchieren. Hier sollte man andere Inhalte konsumieren und Ideen, Statistiken, Studien und Expertenmeinungen sammeln. Dadurch wird man „gezwungen“, tief in ein Thema einzutauchen und dieses in einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Bei Content Marketing ist kein Startkapital oder Werbebudget notwendig

Für viele klassische Marketingformen – wie etwa klassische Werbeanzeigen – braucht man Kapital, um zu starten. Anders ist es beim Content Marketing. Hier ist nicht nur der Kreativität keine Grenze gesetzt, sondern ist zudem – vorwiegend – kostenfrei. Wenn nicht gerade die Ads Funktionen bestimmter Social-Media-Kanäle genutzt werden, ist reines Content Marketing immer noch kostenlos.

Content Marketing schafft einen Vermögenswert

Kapitalintensive Marketingformen haben ein Problem: Sobald diese aufhören, geht der Umsatz zurück. Beim Content Marketing ist das nicht der Fall. Dieses liefert einen ROMI (Return / Investment = (Zurechenbarer Gewinn – Investitionen) / Investitionen). Meist sogar noch mehr, nachdem der Content veröffentlicht wurde.

Nachteile

Das Implementieren von Content-Marketing

Die Implementierung von Content Marketing kann anfangs komplex sein. Denn neben einigen grundlegenden technischen Fragen („Wie und wo veröffentliche ich einen Blog?“) sind auch fachliches Know-How sowie ein ausreichend großes und kompetentes Team von Nöten.

Schließlich sind Regelmäßigkeit und qualitative Konsistenz bei der Veröffentlichung von Inhalten entscheidend.

Content Marketing beschert keinen Erfolg über Nacht

Wer sich für Content Marketing entscheidet, muss sich im Klaren sein, dass es kein Mittel für schnelle Ergebnisse ist. Das Konzept ist darauf ausgelegt, sich über einen längeren Zeitraum einen themenbezogenen Expertenstatus aufzubauen, der Nutzer überzeugt und bindet.

So dauert es zwar etwas, bis die ersten Ergebnisse sichtbar werden, jedoch ermöglicht Content Marketing mit verhältnismäßig geringem Aufwand konstante Ergebnisse.

Es benötigt aber nicht nur Zeit, bis die Inhalte Ergebnisse zeigen, sondern auch, interessanten Content zu finden, mit dem man qualitativ gute Texte mit Mehrwert für den Leser schreiben kann. Hierfür ist es notwendig Expertenwissen anzueignen – was jedoch nicht von jetzt auf gleich möglich ist.

Umdenken für erfolgreiches Content Marketing

Weitere Voraussetzung ist die Bereitschaft zum Umdenken. Will man im Content Marketing Fuß fassen, muss man weg vom klassischen Werben. Der Fokus beim Content Marketing liegt auf informativen Inhalten und nicht auf abgedroschenen Werbephrasen.

Wer nicht dazu bereit ist, sollte es am besten gleich bleiben lassen.

Die Einbindung von Social Media für erfolgreiches Content Marketing

Damit der eigene Content überhaupt gefunden wird, müssen andere Marketingtechniken mit eingebunden werden. Denn kaum einer wird einfach so auf eine Webseite gehen, wenn er nicht weiß, dass es einen Blog gibt.

Daher werden soziale Netzwerke oder auch Newsletter gerne genutzt, um etwa den neuesten Blog-Post oder die letzten News mit der Zielgruppe und den Followern zu teilen. Content Marketing allein – das heißt ohne Social Media & Co. – wird in den wenigsten Fällen funktionieren.

Den Erfolg von Content Marketing monitoren und messen

Ein großer Vorteil von jeder Online Marketing Methode ist die Messbarkeit. So ist das auch bei Content Marketing.

·         Visits

Wie viele Besucher kommen auf die Webseite? Über welche Quellen (Google, Social Media, E-Mail etc.) kommen die Besucher? Diese Visits kann man leicht mit Google Analytics oder ähnlichen Analyse Tools messen.

·         Social Media Publikum auf sozialen Netzwerken

Früher waren Follower bedeutend, was heute von Engagement und Reichweite abgelöst wurde. Was man beim Social Media Monitoring keineswegs außen vor lassen sollte, ist die Tonalität, in der das Publikum über das Unternehmen schreibt bzw. mit Beiträgen interagiert.

·         Newsletter bzw. Blog Abonnenten

Das ist die erste Stufe einer Verbindlichkeit. Eine Anmeldung für einen Newsletter bzw. Blog signalisiert, dass die (Neu-)Abonnenten regelmäßig vom Unternehmen hören möchten. Je mehr davon, desto besser.

·         Leads

Leads sind Besucher, die auf der Webseite weiterführenden Content gegen Angabe persönlicher Daten heruntergeladen haben. Diese sind in der Regel noch besser als Abonnenten. Denn der Lead hat sich für einen bestimmten Content, der im Zusammenhang mit dem Unternehmen steht, interessiert und hat noch dazu die Zustimmung gegeben   für Vertriebszwecke kontaktiert werden zu dürfen.

·         Marketing Qualified Leads, Sales Qualified Leads, Opportunities

Das sind Bezeichnungen von Leads, die bereits in Richtung Kaufabschluss qualifiziert worden sind. Je näher ein Lead einem Kaufabschluss steht, umso wertvoller ist der Lead.

·         Abschlüsse, Umsatz

Das ist zwar Aufgabe des Vertriebs, aber Marketing-Verantwortliche sollten darauf achten, dass sie diese Zahlen bekommen, sonst können sie niemals einen positiven ROI des Marketings beweisen.

·         Viele andere Zahlen

Es gibt noch viele andere Zahlen – sogenannte vorgelagerte Kennzahlen, wie zum Beispiel Click-Through-Raten, E-Mail-Öffnungsraten, Conversion Raten von Landingpages etc. Für die Optimierung des gesamten Prozesses sind alle diese Zahlen wichtig.

Tipps für erfolgreiches Content Marketing

1.   Technisch und inhaltlich am Puls der Zeit

Jeden Tag wird es wichtiger, zum Thema Content Marketing auf dem aktuellen Stand zu sein. Content ist eine flexible Möglichkeit, um Kunden-Vertrauen aufzubauen. Besonders qualifizierte Inhalte schaffen es sogar, User an Service, Produkt oder Marke emotional zu binden.

Marketer sollten sich folgende Fragen stellen: Was sind die größten Veränderungen, welche Produkte dominieren den Markt und wie verhalten sich Konsumenten? Welche Trends bestimmen die digitale Welt und die Marketing-Branche? Wer diese Fragen beantwortet und daraus die richtigen Schlüsse für die eigene Strategie ziehen kann, dem gelingt eine erfolgreiche Content-Marketing-Kampagne.

2.   Betreiben Sie regelmäßig Content-Pflege

Viele vernachlässigen die Content-Pflege. Jedoch lieben User frische und aktualisierte Inhalte. Veralteter Content war vielleicht vor einer Woche interessant, kann aber ein paar Tage später Schnee von gestern sein.

Mit aktuellen Beiträgen werden die Besucher einer Seite ständig auf den Laufenden und bei Laune gehalten.

3.   Alten Content im Auge behalten

Alten Content sollte man nicht sich selbst überlassen. Es ist wichtig, regelmäßig Content-Monitoring zu betreiben. Vielmehr sollten man ständig per Web-Analyse und Tracking im Auge behalten, wieviel Traffic per Content Marketing erzeugt, wie oft Content gelesen wird und wie sich das Feedback darauf entwickelt und eventuell verändert. Die ständige Kontrolle des Contents verbessert den Traffic, die Kommunikation und letztendlich den Umsatz.

4.   Fähigkeiten im Video-Bereich

Der Siegeszug der visuellen Inhalte nimmt auch nach den weltweiten Erfolgen von Snapchat und Instagram nicht ab, im Gegenteil: Content wird immer noch bevorzugt in Video-Form konsumiert, und das nicht nur in der jungen Generation.

Visuelle Inhalte, obgleich sie sich bewegen oder nicht, haben einen entscheidenden Vorteil: Sie erreichen schnell und auf den Punkt die Zielgruppe. Im Content Marketing sollten also immer visuelle Inhalte platziert werden, dabei ist es vor allem bei Textformaten besonders relevant, die User durch Bilder oder Videos zum Weiterlesen zu bewegen. Der Königsweg ist Video-Content, und die Mischung aus bewegenden Bildern, Audio und Text gleichzeitig ist der beste Weg, die User zu begeistern.

5.   Arbeit mit datengetriebener Strategie und viel Gefühl für die Zielgruppe

Der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der User ist enorm. Deshalb ist es umso wichtiger, relevante, interessante oder unterhaltsame Inhalte zu bieten, die verhindern, dass Nutzer das Interesse verlieren und abspringen. Das gilt vor allem, wenn der Content über Kampagnen in Publisher-Netzwerken oder Social Media beworben wird.

Reine Klicks auf den Content bauen noch keine belastbare Beziehung zum Kunden auf. Hochwertige Inhalte werden also weniger durch Klicks auf Anzeigen charakterisiert, sondern vielmehr durch Nutzungszeit und niedrige Absprungraten. Zudem entscheiden oft die Headline des Contents darüber, ob Nutzer diesen konsumieren oder abspringen. Deshalb empfiehlt es sich, an die Strategie und die Zielsetzung der Kampagnen zu denken, bevor der Content kreiert wird.

6.   Kampagnen sollen für jeden Kanal neu gestaltet werden

Der Fokus im Content Marketing liegt – hauptsächlich – auf dem effizienten Storytelling. Idealerweise wird die Markenbotschaft so kommuniziert, dass die User eine Beziehung aufbauen und auf einer persönlichen Ebene angesprochen werden.

Um die richtige Zielgruppe erreichen zu können, muss der passende Distributionskanal gewählt werden. Je nach Medientyp haben die User verschiedene Erwartungen. In den sozialen Netzwerken ist zwar die Reichweite höher, die Aufmerksamkeitsspanne jedoch geringer, so dass der Content eher unterhalten als informieren sollte.

Im Unterschied dazu ist die Verweildauer auf News-Seiten höher, aber die Reichweite geringer. Die Inhalte sind länger, informativer und anspruchsvoller, aber von höherer Qualität. Advertiser müssen das Angebot der verschiedenen Distributionskanäle kennen und ihre Inhalte geschickt darauf abstimmen.

7.   Intensiver Gebrauch von Social Media

Wer präsent auf Facebook, LinkedIn, Instagram und Co. ist und die Social Media Accounts regelmäßig mit neuem Content füttert, steigert sowohl Ranking als auch Traffic. Denn durch die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken werden Suchmaschinen und mögliche Kunden auf ein Unternehmen aufmerksam.

8.   Qualität über Quantität

Jeden Tag werden Unmengen an Content jeder Art für das Internet produziert und veröffentlicht. Diese Überflutung an Inhalten langweilen User und bringen sie dazu, achtlos weiter zu surfen. Jedoch könnte eine packende Headline ihr Interesse wecken und bringt einem Klicks – doch der springende Punkt bei erfolgreichem Content Marketing ist die Qualität der Inhalte.

User verschwenden nicht gerne ihre Zeit mit Überflüssigem, lesen den Text nur kurz und entsorgen ihn dann. Deshalb muss man sich die Zeit nehmen, um gehaltvollen Content mit Mehrwert zu erstellen.

9.   Einbau von SEO

SEO sollte beim Content Marketing gezielt und mit Augenmaß angewendet werden. Mit geschicktem Platzieren von Keywords schafft man gute Ergebnisse bei den Suchmaschinen – man sollte es jedoch nicht übertreiben.

Mit einer knackigen Headline und einer ebenso mitreißenden Meta-Description setzt man Keywords als Lockmittel. Es ist also wichtig, dass die SEO gut lesbar ist. Es soll hierfür immer für Menschen und nicht für Suchmaschinen gestaltet und geschrieben werden.

10.   Informieren fördert das Verkaufen

Man darf den Besuchern nie das Gefühl geben, dass sie in eine Verkaufsfalle getappt sind. User werden tagtäglich offline und online mit allen möglichen Formen von Werbung konfrontiert und bombardiert. Durch seriösen Content kann man potenzielle Kunden mit Sachlichkeit und nicht mit reißerischen Verkaufstricks von sich als Unternehmen überzeugen.

Fazit

Content Marketing ist – wie jede andere Werbemaßnahme – kein Schnellschuss. Stetig gute, informativen und relevanten Content zu produzieren ist eine mühsame Arbeit, die oft erst nach vielen Monaten anfängt, Früchte zu tragen. Es ist ein Prozess, der Geduld verlangt, aber später Erfolge bringt.

Janina Zaminer



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