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Erfolgreich durchstarten: 12 Tipps für Unternehmensgründer

Der eigene Chef, das eigene Unternehmen. Viele jagen diesem Wunsch nach, doch die Erfüllung erfordert viel Durchhaltevermögen und eine gute Planung, um dem Projekt „Start-Up“ zu Erfolg zu verhelfen.

(Lesedauer: 9 Minuten)

Nicht jede gute Geschäftsidee ist erfolgsbringend und auch der eigene Chef zu sein bringt nicht nur gestiegene Verantwortung, mehr Flexibilität und Entscheidungsgewalt: Nein, am Ende stehen auch einige finanziellen Aufwendungen für den Unternehmer an. Nur ein Viertel der Unternehmensgründer schaffen es aus der Anfangsphase in die Gewinnzone.

Ziel eines jeden Unternehmensgründers ist es, mit dem entwickelten Konzept Geld umzusetzen und am Markt zu überleben. Wichtig hier sind eine gute Planung und allerhand Vorüberlegungen. Überstürzte Gründungen sind selten von Erfolg gekrönt. Eine konsequente und permanente Reflexion des eigenen Verhaltens sowie der persönlichen Entscheidungen sind das A und O.

In erster Linie sollten Unternehmensgründer von ihrer Geschäftsidee überzeugt sein und das nötige an Leidenschaft mitbringen. Gründen, um schnelles Geld zu machen, ist der falsche Weg. Basierend auf einer anfänglich einfachen Grundidee soll die eigene innere Überzeugung der Antrieb sein, dem Start-Up zu Erfolg zu verhelfen. Die folgenden Tipps helfen dabei, dass Sie als Unternehmer am Ende möglichst als Gewinner hervorgehen.

Tipp 1: Bereiten Sie sich auf die Rolle als Unternehmer vor.

Große Reden zu schwingen ohne diese in die Tat umzusetzen sind wenig erfolgsbringend. Die Selbstständigkeit unterscheidet sich ungemein vom Angestelltendasein. Als Unternehmensgründer halten Sie alle Fäden in der Hand. Sie sind beispielsweise verantwortlich für Planung, Buchhaltung, Termine, Auftragsakquise und Kontaktpflege. Hier sind vor allem ein hohes Maß an Selbstdisziplin und –organisation vonnöten. Auch ist es wichtig, resistent gegen Stress zu sein, da vor allem die Anfangsphase einer Gründung davon geprägt ist.

Dennoch sollten Sie darauf achten, dass Ihr Privatleben nicht zu sehr darunter leidet. Eine Unternehmensgründung ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf: Sie sollten sich Ruhephasen gönnen, da sie Ihren Atem für mehrere Jahre brauchen werden, um zum Erfolg zu gelangen. Ebenso sollten Sie sich nicht von Rückschlägen entmutigen lassen, ganz nach dem Motto „hinfallen, aufstehen, weitermachen“.

Tipp 2: Netzwerk aufbauen und Mentoren finden

Ein gutes Netzwerk ist in vielerlei Hinsicht unbezahlbar. Man muss schon frühzeitig in den Ausbau und die Pflege der eigenen Kontakte investieren, damit man langfristig vom eigenen Netzwerk profitieren kann.

Nicht selten finden sich über Netzwerke die ersten Mitstreiter oder zukünftige Kunden. Aus diesem Grund ist das Netzwerken für Gründer als auch für Selbstständige von hoher Bedeutung.

Auch Mentoren sind ein essenzieller Bestandteil von Netzwerken. Sie bieten einen objektiven und manchmal relativierenden Blick auf die Sache. Dies kann gerade in der Anfangszeit wichtig sein, weil die eigene Euphorie und Überzeugung bei der kritischen Selbstreflexion hinderlich sein können.

Tipp 3: Halten Sie die Geschäftsidee simpel und konzeptorientiert.

Eine gute Idee ist die halbe Miete. Jedoch machen übermütige Unternehmensgründer oftmals den Fehler, ihre Geschäftsidee unnötig zu verkomplizieren. Die Anfangsidee sollte zu Beginn recht einfach sein. Überfrachten Sie Ihr Ausgangskonzept nicht mit überflüssigen Ideen, die Ihnen zusätzlich kommen. Mit einer einfachen und verständlichen Idee lassen sich Ihre Vorstellungen leichter realisieren, was zur Folge hat, dass Sie Ihr Unternehmen am Ende auch tatsächlich zum Erfolg führen.

Die Ausgangsidee sollte dabei stets im Kontext Ihrer persönlichen Fähigkeiten gesehen werden. Nur, wer gute Branchenkenntnisse besitzt, kann auch mithalten und das Start-Up erfolgreich führen.

Ebenso ist es wichtig, sich mit der eigenen Geschäftsidee von der Konkurrenz abzugrenzen und eine eigene Nische zu finden. Vor allem letzteres ist ohne entsprechende Marktkenntnisse nicht möglich. Sie sollten sich auch darüber Gedanken machen, ob Sie Ihr Unternehmen und die bevorstehenden Kosten selbständig tragen können. Refinanzierung ist ohne viel Aufwand und nach absehbarer Zeit möglich.

Tipp 4: Geschäftsidee konkretisieren

Oft scheitern Start-Ups an der Umsetzung ihres Unternehmenskonzepts. Eine gründliche Marktanalyse ebnet den Weg zur erfolgreichen Unternehmensgründung. Dazu zählen unter anderem die Auseinandersetzung mit der Frage, ob ausreichend Nachfrage besteht, und ob die zukünftigen Einnahmen die Kosten decken.

Auch hier ist es wichtig, ein Auge auf die Konkurrenz zu haben: Bieten andere Unternehmen ähnliche Produkte oder Dienstleistungen günstiger an? Welchen Mehrwert bietet die eigene Idee potentiellen Kunden? Wie hebt sich das Unternehmen von der Konkurrenz ab?

Nicht nur die Definition der Ziele und der Zielgruppe sind entscheidend, auch spielen Betriebsabläufe, Vertriebsstrukturen und Finanzkonzepte in der Ausarbeitung des Businessplans eine essentielle Rolle.

Tipp 5: Nichts geht über einen guten Businessplan!

Die Gründung eines Start-Ups ohne Businessplan ist so gut wie unmöglich. Dieser dient nicht nur als eine Art Roadmap für Ihr Unternehmen, er ist auch ein unschlagbares Argument, wenn es darum geht, potenzielle Geldgeber für Ihr Projekt zu gewinnen. Ein detaillierter Plan gibt darüber Auskunft, wie die zukünftige Geschäftsplanung aussieht, wohin Sie langfristig mit Ihrem Unternehmen kommen wollen und wie die Finanzierungsmöglichkeiten aussähen. Beachten Sie beim Verfassen Ihres Businessplans folgende Punkte:

  • Verfassen Sie den Plan sprachlich neutral.
  • Der Fokus liegt auf realistischen Aussagen. Fakten sind hier wichtiger als subjektive Emotionen.
  • Unterfüttern Sie Ihre Ansichten mit Belegen und Statistiken.
  • Sie sollten mögliche Probleme und Hindernisse berücksichtigen und integrieren – allerdings stets in Verbindung mit konkreten Lösungsvorschlägen.
  • Achten Sie auf Verständlichkeit. Eine Vielzahl an Fachausdrücken und schwer verständlichen Floskeln sind überflüssig.
  • Der erste Eindruck zählt – lassen Sie sich genug Zeit bei der Gestaltung des Layouts Ihres Businessplans.
  • Versuchen Sie Wiederholungen zu vermeiden und achten Sie auf gute Lesbarkeit.
  • Lassen Sie den Plan von einer entsprechend qualifizierten Person

Ein Businessplan befasst sich mit vielen verschiedenen Teilbereichen. Sollten Sie sich in einem Bereich unsicher sein, empfiehlt es sich, entsprechende Beratung zu holen.

Tipp 6: Seien Sie flexibel!

Wenn es um die Umsetzung Ihrer Geschäftsidee geht, sind der beste Businessplan und die genauesten Vorüberlegungen weitaus weniger wert, als ursprünglich gedacht. Theorie ist Theorie, doch die Praxis verläuft meistens ungeplanter. Lassen Sie sich von Herausforderungen oder unerwarteten Ereignissen nicht bremsen, sondern gehen Sie auf diese stets offen heran. Dabei ist es wichtig, den Eigensinn und die Überzeugung für das Projekt zu bewahren. Solange Sie von Ihrer Idee überzeugt sind, können Sie andere Meinungen nicht stoppen.

Dennoch sollten Sie aufmerksam zuhören, was Ihnen Bekannte oder gar Kunden an Feedback geben. Es gibt immer etwas zu verbessern und oftmals merken das andere vor Ihnen selbst. Scheuen Sie sich nicht davor, die bestehenden Pfade zu verlassen und neue Denkweisen auszuprobieren. Anpassungsfähige Unternehmer sind meist jene, die sich am Ende auf der Gewinnerstraße befinden.

Tipp 7: Der richtige Weg zum Startkapital.

Egal, wie ambitioniert Ihre Geschäftspläne sind und wohin Sie mit dem Unternehmen wollen – ohne ein entsprechendes Eigenkapital werden Sie langfristig wenig Erfolg haben. Um ein Start-Up zu gründen, sollten Sie rund 15% Eigenkapital einplanen. Im Kontext des Startkapitals ist es auch wichtig, eine gründliche Aufschlüsselung des Kapitalbedarfs anzuführen. Dazu zählen folgende Punkte:

  • Kosten der privaten Lebensversicherung
  • Anmietung und Einrichtung eines Büros
  • Betriebsmittel, wie Bürobedarf, Maschinen oder Materialien
  • Marketingkosten
  • (mögliche) Mitarbeiterkosten

Die Errechnung des notwendigen Startkapitals ist Teil des Businessplans. Da Sie mit diesem potenzielle Kreditgeber und Banken überzeugen müssen, ist es enorm wichtig, dass diese Berechnungen möglichst detailliert sind. Berechnen Sie notfalls auch Verluste und ungeplante Ausgaben mit hinein. Es ist möglich, Fremdkapital über Kredite zu besorgen, sollte Ihnen wenig Finanzspielraum zur Verfügung stehen. Beachten Sie hier jedoch, dass jede Anstalt, die Kredite vergibt, an andere Bedingungen geknüpft ist. Vor allem bei Verzinsung und Rückzahlungsbedingungen sollten Sie achtsam sein und jene Variante wählen, die im Kontext Ihres Unternehmens die beste darstellt.

Tipp 8: Versichern Sie sich gut.

Ein Unternehmen ohne entsprechende Versicherungen abzuschließen, ist enorm leichtsinnig und kann über dessen Überleben entscheiden. Ein großes Hindernis ist der Mangel von finanziellen Mitteln in der Anfangsphase, um sich eine entsprechende Versicherung zu leisten. Vor allem ist das Risiko bei Selbstständigen besonders hoch, da an ihnen viel mehr Verantwortung liegt als bei einem Angestellten. Ein Ausfall kann weitreichende Konsequenzen mit sich ziehen. Jedoch können Sie sich gegen Krankheitsfälle und schwere Unfälle rechtzeitig absichern, sodass im Falle eines Ausfalls nicht das komplette Unternehmen vor einer Existenzkrise – oder gar dem Aus – steht.

Wichtig ist, dass Sie den Versicherungsschutz in den richtigen Teilbereichen Ihres Unternehmens greifen lassen. Vergleichen Sie Kosten und planen Sie diese in Ihre finanzielle Kalkulation mit ein. Es empfiehlt sich aber auch, sich von einem Versicherungsfachmann beraten zu lassen. Für Unternehmensgründer gibt es verschiedene Versicherungsformen. Zu den relevantesten zählen folgende:

  • Sachversicherungen: Sie schützen vor Substanzverlusten bei Gebäuden, Waren, Einrichtungen, Datenträgern etc. Dazu zählen Versicherungen gegen Feuer, Einbruchdiebstahl, Sturmschaden, Leitungswasserschaden, Maschinenbruch oder Elektrogeräte- und Computerversicherungen.
  • Vermögensschaden-Versicherungen: Sie decken entgangene Erträge (z.B. durch Maschinenstillstand) oder zusätzliche Kosten (z.B. Rechtsanwaltskosten) aufgrund eines eingetretenen Schadens ab. Beispiele dafür sind Betriebshaftpflicht, Betriebsrechtsschutz, Betriebsunterbrechung (bei Krankheit, Unfall, Feuer, Maschinenschaden etc.)
  • Personen-Versicherungen: Sie gelten für Betriebsinhaber, Gesellschafter oder Arbeitnehmer und können zusätzlich zur gesetzlichen Sozialversicherung bei privaten Versicherungen abgeschlossen werden. Beispiele hierfür sind Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen.

Tipp 9: Wählen Sie die richtige Rechtsform.

Welche Rechtform man für sein Unternehmen wählt, sollte gründlich überlegt werden. Hier stellt sich die Frage, welche Rechtsform am besten zu Ihrer Geschäftsidee passt.

In Österreich stehen folgende Rechtsformen zur Auswahl:

  • Einzelunternehmen (EPU wahlweise mit e.U.)
  • offene Gesellschaft (OG)
  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • Gesellschaft nach bürgerlichem Recht (GesbR)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Aktiengesellschaft (AG)
  • Stille Gesellschaft (StGes)
  • Erwebs- und Wirtschaftsgenossen (Gen)

Mehr Informationen finden Sie unter: https://www.wko.at/service/wirtschaftsrecht-gewerberecht/Welche_Gesellschaftsformen_gibt_es_in_Oesterreich_.html .

Tipp 10: Organisieren Sie sich gut und geben Sie notfalls Arbeit ab

Nicht jeder Unternehmensgründer ist ein geborenes Naturtalent in Sache Organisation, jedoch ist dieser Punkt unanfechtbar für das Funktionieren eines Start-Ups. Telefonate müssen geführt, Termine vorbereitet und Rechnungen geschrieben und bezahlt werden. Mit Ihrem Organisations– und Motivationsgrad steht und fällt der Erfolg Ihres Unternehmens. Im Gegensatz zu Arbeitnehmern können Sie es sich als Gründer nicht leisten, ineffektiv zu arbeiten. Organisation und Disziplin sind Eckpfeile der Arbeitsweise eines Selbstständigen.

Fertigen Sie Pläne an und organisieren Sie Ihren Tag so gut Sie können. Ebenfalls ist es wichtig, die Arbeitseinteilung für Ihre Aufgaben zu definieren – vor allem, wenn Sie nicht allein arbeiten. Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen. Einige sind brillante Analytiker und können gut planen, andere sind kontaktfreudiger und kommunikativer. Und vielleicht können wiederum andere Personen Ihnen bei Organisation und Marketing gut unter die Hand greifen.

Treten Sie Verantwortung für bestimmte Bereiche ab und halsen Sie sich darüber hinaus nicht mit mehr Verantwortung zu, als Sie bewerkstelligen können.

Tipp 11: Gutes Marketing und Markenidentität schaffen

Eine gute Idee und ein spannendes Alleinstellungsmerkmal verhelfen Ihnen und Ihrem Unternehmen noch längst nicht zum Erfolg. Sie müssen Ihre Marke an den Mann und die Frau bringen. Um eine steigende Unternehmensgröße bewerkstelligen zu können, müssen Sie langfristig Ihre Fähigkeiten im Bereich Marketing und Werbung ausbauen. Größere Reichweite und bessere Verbreitung bedingen dabei wesentlich komplexere Marketingmaßnahmen. Suchen Sie nach Kooperationspartnern in Ihrem Bereich und schrecken Sie nicht vor ambitionierten Anfragen zurück.

Hilfreich in diesem Zusammenhang ist die sogenannte „Corporate Identity“. Ein möglichst prägnantes öffentliches Erscheinungsbild ist notwendig und wichtig. Dazu gehören Faktoren wie Unternehmenskultur, Design und auch die externe- und interne Kommunikation. Öffentlich bilden sich relativ schnell Meinungen zu einem Unternehmen. Es liegt dann an Ihnen als Unternehmer, diese gegebenenfalls zu verändern oder von vornhereinfestzulegen“. Ein gutes Image schafft Vertrauen – das gilt nicht nur bei der Außenwirkung. Auch, wie man mit Kunden und dem Personal umgeht, fällt in diesen Bereich. Ein guter Ruf kann Ihr Unternehmen erfolgreich machen, ein schlechter Ruf macht es Ihnen schwer.

Deshalb sollten Sie von Beginn an darauf achten, dass Sie einheitlich und geschlossen als Unternehmer auftreten.

Tipp 12: Finden Sie geeignetes und motiviertes Personal!

Gutes Personal ist selten und schwer zu finden. Ganz ohne werden Sie und Ihr Unternehmen vermutlich auf langer Sicht aber nicht auskommen. Daher sollten Sie schon frühzeitig über Zuwachs in Ihrem Unternehmen nachdenken – am besten schon, wenn Sie den Businessplan formulieren. Egal, ob Marketing, Controlling, Buchhaltung oder Vertrieb – machen Sie sich vorzeitig Gedanken, in entsprechendes Personal zu investieren. Sollten Sie als Einzelunternehmer starten, benötigen Sie in den genannten Bereichen erste fundamentale Kenntnisse.

Anfangs können Sie noch bestimmte Aufgaben extern abtreten, längerfristig sollten Sie sich jedoch auf die Suche machen, das richtige Personal für Ihre Unternehmensidee zu finden. Für Mitarbeiter, die in einem Start-Up anfangen, gelten hierbei ganz eigene Kriterien. Sie müssen eine stärkere Eigenmotivation aufweisen als normale Angestellte. Ebenso wird in der Regel – vor allem Anfangs – mehr verlangt. Auch kann es passieren, dass die Bezahlung noch nicht reichhaltig ausfällt.

Planen Sie daher früh genug weitere Mitarbeiter ein – in vielen Wirtschaftszweigen sind sie gar unverzichtbar für den Erfolg!

Janina Zaminer



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